OpenSource Software ist seit Jahren in aller Munde, doch was bedeutet das für Sie, wenn sie sich dafür entscheiden sollten Ihre Unternehmung auf Basis einer Opensource Lösung zu realisieren. Keine Lizenzkosten, Communitysupport und modulare Erweiterbarkeit kommen da in den Sinn, nur einige Stichworte die OpenSource Software jenen Sympathiewert eingebracht haben, der diesem Lizenzmodell heute mit breiter Akzeptanz innewohnt.
Lizenzen werden oft mit Kosten in Verbindung gebracht und gedacht, dem ist nicht immer so. Die Lizenz regelt Ansprüche und Verwendung eines Produkts, etwaige Lizenzkosten entsprechen der Vermarktung desselben. OpenSource bedeutet nicht gleich gratis (und erfreulicherweise meist auch nicht umsonst), openSource bedeutet aber die Möglichkeit zur legalen und uneingeschränkten Adaptierung und Erweiterung eines Stück Software, was propritäre Lizenzmodelle oftmals ausdrücklich untersagen und damit im unternehmerischen Feld vieles verkomplizieren und verunmöglichen. So können sie beispielsweise nicht ihre Tabellenkalkulationssoftware eines kommerziellen Anbieters, wie zb. Microsoft, ihren Anforderungen entsprechend erweitern und an ihre Freunde und Mitarbeiter verschenken oder gar verkaufen, im Falle einer OpenSource Lizenz ist dies möglich. Vorausgesetzt sie gewähren dieses Recht auch dem Nächsten weiter.
Hierzu ein Auszug aus der Definition dieses Lizenzmodells ...
In der Open Source Definition der Open Source Initiative wird folgendes verlangt:
- Freie Weitergabe − Die Lizenz darf niemanden darin hindern, die Software zu verkaufen oder sie mit anderer Software zusammen in einer Software-Distribution weiterzugeben. Die Lizenz darf keine Lizenzgebühr verlangen.
- Verfügbarer Quellcode − Die Software muss im Quellcode für alle Nutzer verfügbar sein.
- Abgeleitete Arbeiten − Die Lizenz muss von der Basissoftware abgeleitete Arbeiten und deren Distribution unter derselben Lizenz wie die Basissoftware erlauben.
- Integrität des Autoren-Quellcodes − Die Lizenz muss explizit das Verteilen von Software erlauben, die auf einer modifizierten Version des Originalquellcodes beruhen. Die Lizenz kann verlangen, dass solche Änderungen zu einem neuen Namen oder eine neuer Versionsnummer der Software führen und solche Änderungen dokumentiert werden. Die Lizenz darf verlangen daß nur Patches zum Originalcode verteilt werden dürfen, wenn diese mit dem Quellcode verteilt werden dürfen.
- Keine Diskriminierungen von Personen oder Gruppen − Die Lizenz darf nicht einzelnen Personen oder Gruppen die Nutzung der Software verweigern.
- Keine Nutzungseinschränkung − Die Lizenz darf den Verwendungszweck der Software nicht einschränken, z. B. kein Ausschluss militärischer oder kommerzieller Nutzung o. ä.
- Lizenzerteilung − Die Lizenz muss für alle zutreffen, welche die Software erhalten, ohne z. B. eine Registrierung oder eine andere Lizenz erwerben zu müssen.
- Produktneutralität − Die Lizenz muss produktneutral gestaltet sein und darf sich z. B. nicht auf eine bestimmte Distribution beziehen.
- Die Lizenz darf andere Software nicht einschränken − Sie darf zum Beispiel nicht verlangen, dass sie nur mit Open Source Software verbreitet werden darf.
- Die Lizenz muss Technologie-neutral sein − Sie darf z. B. nicht verlangen, dass die Distribution nur via Web/CD/DVD verteilt werden darf.
[Quelle, wikipedia]
Ob und wie OpenSource Lösungen für Sie Sinn machen hängt weitestgehend von Ihren Zielen und Anforderungen ab. Denn manchesmal haben diese auch ihre Tücken, wirken überzüchtet oder contra-intuitiv und erfordern erhöhten Aufwand für Schulung, Handhabe und laufende Updates im Vergleich zu maßgeschneiderten Individuallösungen, welche wiederum in der Produktion meist deutlich höhere Kosten verursachen.
In jedem Fall aber wählen sie mit dem Griff zu einer OpenSource Lösung ein Stück Nichtkommerzialität und werden Teil einer Community. In den meisten Fällen ohne finanzielle Gegenleistungen. Und schon so mancher ist auf den Geschmack gekommen und beginnt sich auf die ein oder andere Weise für ein OpenSource Projekt zu engagieren, in Form von Spenden, Zeit- und KnowHow-Einsatz oder einfach in der Art, daß er die Idee freier Produkt- und Technologieentwicklung (ein leider vielfach in Vergessenheit geratener universitäerer Auftrag) mitträgt und unterstützt.
